Dies&Das

Vom Brot backen

Andrea und Carina haben sich doch abgesprochen. Andrea erwähnt meine Brotbackerei, Carina verlinkt mich auch noch. So hab ich mit erschrecken festgestellt, dass der letze Post von Anfang Januar ist. Aber was gibt es aus zu erzählen. Homeoffice, Lockdown, blödes C*, keine Schule, etwas Blues nach einem Jahr. Und verdorben. Vom Brot backen. Also erzähle ich mal, genötigt von meinen zwei Lieblingsfreundinnen davon 😉

Habt ihr schon mal den Versuch gestartet selber Brot zu backen? Ich hatte immer einen riesigen Respekt davor einen Sauerteig zu hegen und zu pflegen, die ganze Sache mit der Teiggare, usw. Und nun? Harry kann bleiben wo der Pfeffer wächst und Butter Lindner sein Brot behalten. Wir essen nie wieder gekauftes Brot und es wird wirklich schwer, sollte es irgendwann mal wieder möglich sein, irgendwo anders ein Brot oder Baguette zu essen, das nicht frisch aus dem Ofen kommt, sondern mal Polykleidchen trug.

Corona made me do it

Angefangen hat alles eines morgens. Der Kerl hat nach dem Sonntagsfrühstück, mit Industriebrötchen, immer einen bösen Hustenkrampf bekommen. Der Hals schwoll zu. Ich dachte mir also „Ok, du suchst dir das simpelste Brötchenrezept das es gibt und dann los“. Es kamen dabei heraus: Prima fluffige Brötchen. Weit entfernt von Bäckerbrötchen, aber sie erfüllten ihren Zweck. Gehustet hat der Kerl zwar trotzdem noch, aber immerhin habe ich es probiert.

Die nächste Konsequenz war dann natürlich eigenes Brot. Der Geruch von frischen Backwaren ist einfach Balsam für die Seele, und davon kann man ja aktuell nicht genug haben. Angefangen haben wir mit Backmischungen von Aurora. Nicht optimal, da ein wenig Zucker drin enthalten ist, aber die Aurora Qualität ist schon sehr ordentlich. Und am Ende des Tages ist es ja auch nur vorgemischtes Mehl mit ein paar Körnern, Hefe und Sauerteig.

Vom Brot backen

Sauerteig Starter für Andrea und die Wollnerin

Aber nachdem die ein oder andere Freundin dann anfing von Lutz Geißler zu schwärmen, der mit seinem Plötzblog das Brot backen zu Hause zum Trend gemacht hat, war der Ehrgeiz geweckt. Wir fingen an nach Geißler einen wilden Sauerteig zu züchten. Anfangs wird sehr aufwändig gefüttert und es blutet einem das Herz, soll man immer nur 10g vom Sauerteig neu füttern. Der Rest kommt erst mal weg. Nach 10-12 Tagen hat man dann aber schon einen sehr fleißigen Mittbewohner. Das Anstellgut, welches dann die Grundlage bildet für neue, frische, vollständig selbst gerührte Brote.

Wolverine

Wir haben den Teig zuletzt aus dem Kühlschrank direkt verarbeitet, heute wächst der erste Sauerteig Ansatz aus Jackman. So heißt unser Sauerteig, benannt nach Hugh Jackman, der zuletzt seine selbst gebackenen Weizen-Sauerteigbrote in NY an fleißige Bienchen aus dem Gesundheitswesen verschenkt hat, für ihren unermüdlichen Einsatz unter den Corona Umständen. New York hatte es ja schon vor einem Jahr recht hart getroffen.

Ich bin sehr gespannt, wie das Brot mit einem „warmen“ Sauerteig heute so wird.

Jackman im Kühlschrank. Das Gummi dient der Wachstumskontrolle.

Und sonst so

Joa, nix ne? Was soll schon passieren, außer der Arbeit und ziemlich viel Knitflix. Das Kind wird nicht ab kommendem Montag in die Schule gehen, denn die Präsenzpflicht bleibt trotz Schulangebot weiter aufgehoben. Aktuell besteht das Schulangebot aber aus 3 Unterrichtsstunden von 8-10:20 Uhr. Lernt er da mehr als im Homeschooling? Ich denke nicht. Würde es den Kids für die Seele gut tun sich wieder zu sehen? Sicherlich. Find ich die Idee schön, dass er 2,5 Stunden durchgehend mit Maske durch die Gegend laufen muss, und im Klassenraum friert, weil Dauerlüften angesagt ist? Definitiv nicht. Bringt das Schulangebot Entlastung für irgendwen? Nope. Also sitzen wir das Thema weiter aus, bis es zumindest wieder 6 Schulstunden geben kann und der Stress sich auch lohnt.

Ansonsten ist hier noch ein Plotter eingezogen und jede Menge Vinyl und Flex Folien, sodass aktuell alles beklebt und ein Bügelbild bekommt, was nicht Niet- und Nagelfest ist. Entgittern der Plots ist tatsächlich recht entspannend, weil man sich konzentrieren muss es nicht zu verpfuschen, wenn man irgendwas abgezogen hat, was eigentlich ins Bild gehört. Eins der Resultate sieht man bei Andrea heute. Sie wollte ihr Notebook schon lange schmücken, jetzt konnten wir das sehr schön umsetzen, wie ich finde.

In diesem Sinne, habt ein schönes Wochenende!

10 Comments

  • nina. aka wippsteerts

    Deine Brot Geschichte bringst Du aber auch sehr amüsant rüber und eine schöne Namensgebung. Hier wird allerdings schon Kombucha gezüchtet, Fridolin, Sohn von Dante 🙂 Sauerteig stand aber auch eine ganze Weile hier im Kühlschrank. Ein selbstgebackenes Brot oder Brötchen sind schon was feines.
    Liebe Grüße
    Nina

    • stricknerd

      Das nächste Haustier, das hier einzieht, darf kein Kabel haben und muss vier Beine haben. Das musste ich versprechen 😉 Spannend ist das Thema mit dem Kombucha aber auf jeden Fall.
      LG

  • Pia

    Wenn ich nicht so viel Respekt vor dem Ansetzen und Pfegen eines Sauerteiges hätte, gäbe es bei mir auch selbstgemachtes Brot. Bis jetzt gibt es nur den Sonntagszopf selbstgebacken. Ich glaube ich muss mich einmal in die Materie einlesen. Es geht doch nichts über feines Brot.
    L G Pia

  • Karin Be

    Meinen ersten Sauerteig machte ich in den 1970er, als Jean Pütz in der Hobbythek Lust aufs Brot backen machte. Dieser Sauerteigansatz ging dann irgendwann „verloren“ und was war ich froh dann den „Plötzblog“ zu finden. Auf den „Rodi“-ein Roggen-Dinkelsauerteig passe ich jetzt besser auf. Ich glaube ich kümmere mich dieses Wochenende besser wieder einmal um ihn und vielleicht gibt’s auch ein Brot!
    Gutes Gelingen und lasst es euch schmecken.
    Viele Grüße,
    Karin

    • stricknerd

      Ich hab auch schon Sauerteig umgebracht. Das passiert. Wir haben heute mittag einen Weizen Sauer angesetzt mit einem Klecks Roggen. Der gibt ganz schön Gas. Ich hoffe der ist erst mal williger als der Roggen. Lieben Gruß

  • Regula

    Corona made me do it. So gut. Überall machen Menschen Dinge, die sie vorher noch nie gemacht haben. In der Zeitung habe ich gelesen, dass ganz viele Weiterbildungskurse besuchen, wobie man sich ja auch autodidaktisch weiterbilden kann, wie du zeigst. Mein Sauerteig schläft im Gefrierfach zur Zeit, weil er mir zu aktiv war. Soviel Brot kann ich gar nicht essen.

    Liebe Grüsse zu dir.

    Regula

    • stricknerd

      Corona entschleunigt, daher hat man halt Zeit für neue Dinge. Das autodidaktische Lernen und die grauen Zellen auf Trab halten liegt mir mehr, als Beschallung. Dabei lernt man ja nix. Die ersten reinen Sauerteig Brote sind ein Desaster, aber wie predigt man dem Nachwuchs „you try, you fail, you try again“.

  • Rosa Henne

    Durch eine chronische Blasenerkrankung und eine Histamin-Intoleranz bin ich ebenso gezwungen, meine Brötchen und mein Brot selber zu backen. Auch ich bekomme sofort zu spüren, wenn ich ungesundes esse. Auch jegliches Fast Food sowie Aufgewärmtes ist für mich gestrichen. Ebenso Hefe! Mit Sauerteig habe ich noch nie gebacken. Muss es unbedingt mal in Angriff nehmen! Vielen Dank für die schöne Inspiration!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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