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Glücklich sein

Oder auch „Die Subtile Kunst des Daraufscheißens“. Kennst du das? Man sucht immer das Haar in der Suppe oder strebt nach ständigem „mehr“ und „besser“. Streben ist ja prinzipiell nicht falsch, der Mensch ist so gebaut, dass er nur Befriedigung durch Erfolg bekommt. Aber wir haben verlernt einfach glücklich zu sein, wobei die Betonung hier auf „einfach“ liegt. Man ist kurz glücklich, wenn man ein Ziel erreicht hat, das man sich steckt. Und dann? Unzufriedenheit, es ist ja jetzt alles so wie man es wollte. Und nun?

Veränderung

Für mich hat sich durch die Situation, die wir seit März 2020 erleben, gezeigt, wie unglücklich viele Menschen sind. Vermeintliche Einschränkungen in ihrer Freiheit ließen viele Menschen unglücklich werden. Aber warum? Von Vielen habe ich tatsächlich gehört, dass sie sich nicht mehr mit Anderen vergleichen konnten, sich keinen „Applaus“ für Erfolge abholen konnten, usw. „Man kennt.“, wie die Jugend heute sagen würde. Oder ist das jetzt cringe? (Das Jugendwort des Jahres – steht mehr oder weniger für Fremdscham).

 

Glücklich sein

Ich für meinen Teil habe, gerade auch in den letzten Wochen, gelernt, dass man es niemandem Recht machen muss, um glücklich zu sein. Es fängt alles mit einem selbst an. Mit dem eigenen Selbstwertgefühl. Ich bin gut so wie ich bin, ich muss mich für Niemanden verbiegen. Wenn ich „Nein“ sage, weil ich keine Zeit habe oder schlicht weil ich nicht möchte, dann ist das okay! Ich habe oft versucht es wirklich jedem Recht zu machen, selbst wenn es mir körperlich oder sogar mental zugesetzt hat. Jeder wird das kennen, man versucht sich zu zerreißen, hat Alle glücklich gemacht. Aber dann? Ein Hamsterrad, denn man braucht ja wieder mögliche Erfolge um glücklich zu sein.

Es sind die kleinen Dinge, die man sich öfter vor Augen führen muss. Wäre es schön die Freundinnen regelmäßig zu sehen? Klar, aber es ist manchmal einfach nicht machbar und man muss sich auch nicht zusätzlichem Stress aussetzen, um es möglich zu machen. Muss die Wohnung aussehen wie aus einem Katalog? Nö, Staub ist auch mal ok. Es ist doch echt schön überhaupt ein Dach überm Kopf zu haben.

Das ist das wichtigste was ich im Lockdown gelernt habe. Glücklich zu sein, das man gesund ist, ein schönes zu Hause zu haben, das nicht perfekt sein muss – so lange es für einen selbst perfekt ist. Oder auch einfach die Freiheit zu haben weiter arbeiten zu können, keinen Krieg zu erleben. Ich denke die Liste könnte man unendlich fortsetzen.

 

„Die Subtile Kunst des Daraufscheißens“

Um diesen Buchtitel noch mal aufzugreifen und was es damit auf sich hat, auch wenn die Buchbloggerin Andrea ist 😉

Scheiß auf positives Denken sagt Mark Manson. Die ungeschönte Perspektive ist ihm lieber. Wenn etwas scheiße ist, dann ist es das eben. Und wenn man etwas nicht kann, dann sollte man dazu stehen. Nicht jeder kann in allem außergewöhnlich sein und das ist gut so. Wenn man seine Grenzen akzeptiert, findet man die Stärke, die man braucht. Denn es gibt so viele Dinge, auf die man im Gegenzug scheißen kann. Man muss nur herausfinden, welche das sind und wie man sie sich richtig am Arsch vorbeigehen lässt. So kann man sich dann auf die eigenen Stärken und die wichtigen Dinge besinnen und hat mehr Zeit, sein Potenzial gänzlich auszuschöpfen. Die subtile Kunst des Daraufscheißens verbindet unterhaltsame Geschichten und schonungslosen Humor mit hilfreichen Tipps für ein entspannteres und besseres Leben. Damit man seine Energie für Sinnvolleres verwendet als für Dinge, die einem egal sein können.

"The Subtle Art of Not Giving a Fuck"

Ich kann wirklich nur empfehlen, sich mit dem Buch mal auseinander zu setzen. Mir hat es wirklich die Augen geöffnet und vor allem der folgende Abschnitt hat mir gezeigt, auch wenn du mal angefahren wirst, es hat in den seltensten Fällen mit dir zu tun. Meist hat dein Gegenüber einen Scheiß Tag, oder generell gerade Probleme, das einzige Ventil damit umzugehen, ist anderen Leuten die Schuld für Probleme zu geben oder ihnen im Zweifel sogar Probleme einzureden. Denn wenn es anderen auch schlecht geht, ist das eigene Leid ja nicht mehr so groß. „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ gewinnt da eine ganz neue Bedeutung. Es geht in dem Buch aber nicht darum, auf Alles und Jeden zu scheißen. Man sollte nur gut überlegen „Who gets a fuck“ oder wer sich eben Keins verdient. 

 

„Die Menschen verleugnen ihre Probleme und geben anderen die Schuld aus dem einfachen Grund, dass es bequem ist und man sich prima fühlt, während das Lösen der Probleme oft schwierig ist und man sich mies dabei fühlt. Schuldzuweisungen und Verleugnungen bringen uns einen schnellen Kick. Auf die Art können wir unseren Problemen kurzzeitig entfliegen und durch diese Flucht bekommen wir ein kurzes Hochgefühl.“ 

 

Und sonst 

In den letzten Wochen habe ich ganz viel und sogar fertig gestrickt. Andrea ist Immer sehr bemüht mich zu pieksen hier darüber auch zu berichten. Bisher sind die vielen fertigen Socken nur auf Instagram verewigt, vielleicht nehme ich mir mal die Zeit das auch zu verschriftlichen. Es ist aber auch ok, wenn nicht. 

 

Die Lieblingsband ist zurück 

Hier habe ich im Foto schon gezeigt – Coldplay sind zurück. Wir hatten das unbeschreibliche Glück am 06.10. zu einem Privatkonzert bei Pro7 gehen zu können. Die Karten gab es nur zu Gewinnen, es gab viele(!) Teilnehmer, und für uns war es wie der Sechser im Lotto, als die Glückwunsch Mail im Postfach war. Insgesamt waren es mit geladenen Gästen aus der Branche und den Gewinnern nur Knapp 400 Menschen. Die Veranstaltung fand unter 2G+ Bedingungen statt, was es noch mal deutlich entspannter und schöner gemacht hat. Es gab nicht mal eine Absperrung vor der Bühne und so war man wirklich hautnah dran. Ein Erlebnis, dass man so wohl schwer ein zweites Mal erleben wird.  

 

Das neue Album von Coldplay wird, wie gewöhnlich, zerrissen. Aber auch hier die Parallele zum Buch oben – die Band interessieren die Kritiken nicht, denn sie machen das was für sie die Musik ist die sie aktuell machen wollen und leben im Hier und Jetzt. Die Kritiker, die sich „Oldplay“ zurück wünschen, haben teilweise ihre Kritiken basierend auf der Tracklist geschrieben, ohne auch nur eine Note gehört zu haben. Mein Favorit war ein Heavy Metal Fan, der verdonnert wurde eine Rezension einer britischen Pop/Rock Band zu verfassen. Das hatte schon Comedy Charakter. 😉 

 

Ich für meinen Teil habe mir auch mehr erhofft, mit 4 Songs unter einer Minute ist nicht mehr viel Luft für viele Songs, aber man muss sich einfach eins vor Augen führen: Coldplay aus der Konserve ist einfach nur die halbe Wahrheit. Sie sind eine der letzten Bands der aktuellen Zeit, die noch ihre Instrumente selber spielen und Live einfach erst ihre volle „Kraft“ entfalten. Es gibt ja nur noch wenige von „damals“ die überhaupt noch wissen, wie viel Seiten eine Gitarre hat, geschweige denn wie man sie bedient. So freuen wir uns auf 20 Jahre Musik Potpourri am 10.07.2022 im Berliner Olympiastadion, ein Lichtermeer und Jede Menge gute Laune. 

 

 

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