Dies&Das

Feedback geben

Ist ungefragtes Feedback geben ok?

Mein Arbeitgeber hat gerade aus einem (internen) Bewerberkreis eine Gruppe Mitarbeiter ausgewählt, die die Schlüsselqualifikationen gemäß unserem Führungskräftemodell erlernen, stärken und ausbauen sollen.

Eine Schlüsselqualifikation einer guten Führungskraft dreht sich auch um das Thema Feedback.

Ich überlege schon die ganze Zeit, wie man Feedback noch eindeutschen könnte. Alle Worte die mir einfallen sind irgendwie wertend. Und genau das soll Feedback nicht sein. Feedback soll beschreiben, nicht bewerten. Es ist ein Angebot und niemals ein Zwang. Möchte man kein Feedback, dann darf man auch sagen „Danke, aber – Nein, Danke!“.

Wie oft passiert es, dass wir ungefragt unsere Meinung zu einem Thema abgeben. Sei es das Hinweisen auf Tippfehler in einem Text, den man nicht zum gegenlesen bekommen hat. Oder das schlecht sitzende Outfit. Auch immer wieder gern gewählt – Erziehungstipps. Und das wohl verletzendste Feedback: „Ihr seid ja schon so lange verheiratet, ist doch wirklich mal an der Zeit ein Kind zu kriegen“. Warum kritisieren Menschen so gerne ungefragt an anderen Menschen herum?

Jeder der mich kennt weiß, ich bin auch immer ziemlich weit vorne, wenn es darum geht Rat zu geben, Dinge zu wissen (jaja, der geborene Klugscheißer) und mich um andere Menschen zu sorgen bzw. zu kümmern. In der Regel aber nur wenn ich weiß, die entsprechende Person möchte ein Feedback, weil sie z.B. explizit danach fragt oder weil sie sagt „Es geht mir nicht gut“ usw.

Aber sollte man das auch ungefragt tun? Sollte man nicht jeden Menschen mit Wertschätzung (übrigens auch eine Schlüsselqualifikation) behandeln, und dazu gehört auch, dass man respektiert, dass andere Menschen Fehler haben? Oder z.B. ihre Meinung zu politischen Themen nicht kund tun möchten, aber trotzdem eine haben?

Heute morgen sah ich einen sehr schönen Text.

Ich: Ich mag Mangos lieber als Orangen.

Beliebige Person: Also was du sagen möchtest ist, dass du Orangen hasst? Du hast ausserdem vergessen die Ananas, Bananen und die Grapefruit zu erwähnen. Bilde dich doch mal weiter. Du machst mir regelrecht Angst.

Das Zitat (ursprünglich Englisch) ist ein klassisches Beispiel für Social Media. Im „echten“ Leben bürgert sich diese Art der Kommunikation auch immer mehr ein. Dieser Schutzkreis, den jeder Mensch hat, wird durchbrochen. Ich habe solche Erfahrungen kürzlich auch im privaten Umfeld gemacht. Ich besitze kein Olivenöl, könnt ihr euch vorstellen, dass das dazu führt, dass man einen Menschen bewertet? Ungefragt?! Die Liste könnte ich noch ewig fortführen.

Belassen wir es heute bei dem abschließenden Satz:

Manchmal ist weniger mehr, und bevor man bei Anderen versucht durch zu kehren, schaut man was man für sich so tun kann.
Lasst Schreibfehler beim Autor, jedem seine Essgewohnheiten oder seine sonstige Lebensweise (so lange sie rechtlich nicht bedenklich ist). Jeder hat das Recht auf Wertschätzung!

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